Der Rüschendorfer Schützenplatz, der auch bereits vor dem 2. Weltkrieg als Festplatz genutzt wurde, hatte anfangs aufgrund seiner topographischen Lage nicht die idealen Voraussetzungen. Regnete es einmal längere Zeit, war der Platz überaus matschig. Im Laufe der Jahre mussten immer wieder Strohmatten und zuletzt 1980 aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums Bohlen verlegt werden. Damit der Platz in den heutigen trockenen Zustand versetzt werden konnte, waren teilweise erhebliche Investitionen zu tätigen. Ohne Unterstützung der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer hätte der Verein diese Leistung nicht erbringen können. Ein besonderer Dank gilt dabei dem Verpächter des Festplatzes, der Familie Flöttel. Franz Flöttel war über all die Jahre überaus kooperativ und entgegenkommend. Galt es den Platz zu begradigen, Leitungen zu verlegen oder Wege zu pflastern, in enger Abstimmung mit ihm konnten diese Maßnahmen umgesetzt werden.

 

Platz

Abbau 1980: Der Platz ist eher braun als grün. Der Bohlensteg ist noch gut erkennbar.

 

Die erste größere Instandsetzungsmaßnahme war die Pflasterung des Hauptweges im Jahre 1985. Vor dem Jubiläumsschützenfest 1980 hat es 20 Tage lang geregnet. Der Platz war hinüber, oder, um es mit den Worten der Platzkommandanten auszudrücken, „man war abgesoffen.“ Um den Festteilnehmern zu ermöglichen, das Festzelt zu erreichen, mussten Stege verlegt werden. Als Konsequenz daraus wurde 1985 beschlossen, den Hauptweg zu pflastern. Es handelt sich dabei um einen Weg mit einer Breite von 6 m und einer Länge von 82 m, der in eine quer vor dem Festzelt verlaufende 10 m breite Befestigung mündet. Gleichzeitig wurde ein ca. 4 m breiter Weg zu den Toiletten geschaffen, die Einzäunung erneuert und ein neues Haupteingangstor angebracht. Heinrich Hellebusch, stellvertretender Platzkommandant und erfahrener Landschaftsgärtner, wurde mit der Planung und Organisation der Pflasterung beauftragt. Die Arbeiten konnten im September/Oktober 1985 ausnahmslos in Eigenleistung zum Abschluss gebracht werden.

 

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Kleine Unebenheiten werden sofort ausgeglichen

 

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Mit vielen Helfern macht die Arbeit gleich mehr Spaß

 

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Selbst beim Absetzen der Palette kommt es auf millimetergenaues Arbeiten an.

 

Am 11.04.1987 beriet sich eine Abordnung des Vorstandes mit dem Eigentümer Franz Flöttel und Heiner Hellebusch jun. als Beauftragtem der Stadt Damme auf dem Schützenplatz. Die Anwesenden diskutierten über die Möglichkeit eines noch besseren Gesamtbildes der Schützenplatzanlage einschließlich der Parkplätze. Man kam überein, die Böschung des Schützenplatzes und des Parkplatzes an der Straßenseite auf ganzer Länge zu bepflanzen. Ebenso sollte eine vernünftige Beleuchtung den sicheren Hin- und Rückweg vom Fest gewährleisten.

Da es noch eine günstige Pflanzzeit war, begann man sofort mit den Arbeiten.

Die Aufschüttung des Mutterbodens, der aus dem Neubaugebiet Mühlenberg kam, erfolgte durch die Stadt Damme. Ebenso stiftete diese die Laternen für die Beleuchtung.

Durch tatkräftiges Anpacken aller Schützen konnte diese Aktion schnell abgeschlossen werden.

 

Da unser Schützenplatz über das Jahr in erster Linie als Viehweide genutzt wird, bedarf es jedes Jahr zum Fest einer gründlichen Reinigung. Die aufräumende Kompanie hat erstmals im Frühjahr und danach kurz vorm Fest ihren Arbeitseinsatz.

Um dem Pflaster einen neuen Glanz zu verleihen, führt die Feuerwehr Borringhausen seit 1987 jedes Jahr eine Säuberungsaktion als Übung auf dem Festplatz durch.

Im Frühjahr 1987 war der Schützenplatz aufgrund einer Überschwemmung allerdings derartig mit Dreck und Schlamm verunreinigt, dass ein besonderer Einsatz erforderlich war. Der Schlamm wurde mit einem Bagger abgezogen und mit Anhängern abgefahren.

 

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Wasser marsch! Die Feuerwehr Borringhausen reinigt das Pflaster auf dem Schützenplatz.

 

Das Schützenfest nahm von Jahr zu Jahr immer größere Ausmaße an. Die Wasserversorgung war bis dato teils vom Hof Flöttel und teils durch eigenen Brunnen gewährleistet worden. Durch den immer höheren Wasserverbrauch zum einen und durch die Anforderungen des Gesundheitsamtes zum anderen entschloss man sich im Jahre 1988, die Wasserversorgung durch die OOWV sicher zu stellen.

Ein Jahr später verlegte man ca. 800qm Rasengittersteine rechtsseitig des Hauptweges, um ein bequemes und matschfreies Stehen an den Buden und beim Adlerschießen zu ermöglichen. Es war großer Arbeitsaufwand nötig, da vorher noch die Zu- und Abflüsse für die Bierpavillons und die Wurstbude verlegt worden waren.

 

Die Stromversorgung für den gesamten Platz kam zu dieser Zeit noch aus der Schützenhalle.

Nun kam es immer häufiger vor, dass sich zu Hauptzeiten die Stromsicherungen abschalteten.1991 stellte die NIKE einen Stromverteilerkasten an der Platzmitte auf. Die Stromzulieferung erfolgt nun direkt vom Transformatorhaus.

Aufgrund dessen musste der Vorplatz durchbaggert werden. Hier handelte man schnell. Man trug den ganzen Schotter ab und verteilte ihn auf die Einfahrten zu den Parkplätzen. Unter Leitung der Platzkommandanten pflasterten viele Helfer den Vorplatz. Nun konnte man von der Straße über einen großzügig gepflasterten Bereich bis ins Festzelt gehen.

Ferner errichtete der Schützenverein auf der an den Platz angrenzenden Parkwiese einen Fahrradstand. Für dessen jährlichen Aufbau am Freitag vor dem Fest zeichnen sich die Fahnenträger verantwortlich. In der Regel geht dies recht flott. Kommt der Platzkommandant aber mit den flüssigen Wasserwaagen vorbei, hat es auch schon 2-3 Stunden gedauert.

 

Proklamationswagen

Das Aufstellen der Proklamationswagen hat in jedem Jahr viel Zeit in Anspruch genommen und den Platzkommandanten einige Nerven gekostet.

 

Bis 1993 fand die Proklamation der Schützenkönige auf zwei aneinander gestellten Anhängern statt. Das Eingraben des einen und Aufbocken des anderen Wagens nahm viel Zeit in Anspruch. Hinzu kam der für den Schützenthron und die Ehrengäste umständliche Auf- und Abstieg.

Der Schützenvorstand beschloss daher, zum folgenden Jahr eine feste Proklamationsbühne unter den Eichen zu errichten. Hierzu musste – mit Einverständnis der Wasseracht - ein Teil des Grabens verrohrt werden. Schwere Eichenbohlen bilden das Grundgerüst der Bühne, welche mit Steinplatten ausgelegt wurde. Eine eigens angefertigte Eichentreppe und das schmucke Geländer runden diesen Blickfang ab. Bei der Planung und Ausführung dieses Projekts waren Helfer aus allen Kompanien beteiligt.

 

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Jetzt schon auf Schattensuche

 

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Der Plan für die Steinplatten wird vorbereitet

 

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Probesitzen nach der Fertigstellung und eine verdiente Erholung

 

Um weiteren Forderungen des Ordnungsamtes gerecht zu werden, baute man 1996 einen Abwasserschacht mit Pumpstation. Die Druckleitung verläuft am Graben entlang in Richtung Franz gr. Klönne, wo sie an das örtliche Abwassernetz angeschlossen ist. Die Kosten für diesen Bau beliefen sich auf 4500 DM.

 

Die einzige Ecke des Platzes, welche bis dato noch manchmal unter Wasser lief, war der Bereich des Fischstandes. Doch auch hier leisteten viele treue Schützenbrüder, von jung bis alt, tatkräftig Abhilfe. Im Jahre 1998 pflasterte man diesen letzten Teil des Platzes.

 

Wie zuvor im Jahre 1987 wurde auch im Frühjahr 1999 der Schützenplatz von Schlamm überschwemmt. Da das Abtragen des Bodens mit dem Bagger recht teuer gewesen war, entschlossen sich kurzerhand zwei Landwirte, diese Arbeit mit ihren Schleppern zu übernehmen.

 

In der heutigen Zeit wird in der Küche das Geschirr nicht mehr mit der Hand gewaschen, sondern große Geschirrspülmaschinen übernehmen diese Arbeit. Durch einen immer größeren Wasserverbrauch sowohl in der Küche als auch an den Theken nahm der Wasserdruck zu den Hauptstoßzeiten erheblich ab. Im Jahre 2002 legte man daher eine separate Wasserleitung zum Festzelt.

Gleichzeitig schloss man das zum Graben gelegene Pissoir an den Abwasserschacht an.

 

Diesen zahlreichen Aktionen und Instandsetzungsmaßnahmen ist es zu verdanken, dass unser Schützenplatz heute auch „hinter den Kulissen“ einen reibungslosen Ablauf des Festes garantiert.

Wir sind stolz, unseren Schützen und Gästen einen gepflegten und einladenden Schützenplatz präsentieren zu können.